CIMT-Therapie

CIMT und ihre modifizierten Formen

Die Constraint Induced Movement Therapy ist ein modernes, durch zahlreich durchgeführte hochwertige Studien belegtes Therapieverfahren zur Behandlung von Halbseitenlähmung der oberen Extremität (Arm/Hand) aufgrund einer Störung im zentralen Nervensystem.  Die Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation erteilt der CIMT in ihren Leitlinien zur Behandlung von Armlähmungen nach Schlaganfall von 2011 den höchstmöglichen Empfehlungsgrad (Empfehlungsgrad A). Kein anderes Behandlungsverfahren hat sich gegenüber anderen Therapieformen derart behaupten können. Auch die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt vor allen anderen Verfahren die Durchführung dieser Therapieform.

Übersetzen ließe es sich wohl am besten mit „durch Zwang hervorgerufene Bewegungstherapie“  Der Zwang ist hierbei bildhaft zu verstehen. Oft wird diese Therapieform mit der „Forced use Therapie“ gleichgesetzt. Dies ist jedoch falsch, da bei der Forced use Therapie keine spezifischen Übungen durchgeführt werden.

 

Wie funktioniert CIMT?

Basierend auf dem Wissen über den erlernten Nichtgebrauch und die Plastizität des Nervensystems wurde die CIMTherapie entwickelt. Hierbei wird der nicht betroffene Arm mit Hilfe einer speziellen Bandage immobilisiert und mit dem betroffenen Arm werden spezielle Übungen durchgeführt. Die Übungen orientieren sich an den Fähigkeiten des Patienten. Gegenstand des Übungsprogrammes sind Alltagsorientierte Bewegungsabläufe.

Alte Schlaganfälle

Die bereits angesprochene Neuroplastizität bezieht sich auch auf lang zurück liegende Ereignisse. Auch noch nach etlichen Jahren lassen sich mit CIMT unter Umständen beachtliche Erfolge erzielen. 

Erlernter Nichtgebrauch

Der Schlaganfallbetroffene tut sich sehr oft schwer, den gelähmten Arm zu nutzen. Dies und wiederholte Misserfolge führen dazu, dass der Patient den betroffenen Arm nicht mehr benutzt und lernt, die nicht gelähmte Seite für alle denkbaren Aktivitäten einzusetzen. Je besser solche Kompensationsmechanismen funktionieren, umso mehr verlernt der betroffene Arm seine potenziellen Fähigkeiten. Dieser Prozess lässt sich jedoch umkehren.

Die Kosten

Die Kosten für die Behandlung zahlt die Krankenkasse. Es ist lediglich eine entsprechende Verordnung vom behandelnden Arzt erforderlich. In meiner Praxis fällt zudem  eine  Leihgebühr in Höhe von zehn Euro/Woche für die Bandage an.

Neuroplastizität

Dieser Begriff umschreibt in diesem Zusammenhang die Fähigkeit des zentralen Nervensystems, sich abhängig von der Nutzung zu verändern. So sind zum Beispiel nach einem Schlaganfall nicht geschädigte Areale im Gehirn in der Lage, Aufgaben mit zu übernehmen. Diese Prozesse lassen sich mit  Übungen der betroffenen Seite aktivieren.

CIMT für Alle?

Diese Form der Behandlung eignet sich nicht für jeden Schlaganfallpatient. Neben einem hohen Maß an Motivation sind bestimmte Fähigkeiten des Patienten erforderlich, welche durch verschiedene Untersuchungen in meiner Praxis ermittelt werden.